Die ZTV E-StB 17 verlangt bei Erdbauwerken im Verkehrswegebau einen Verformungsmodul Ev2 – doch der allein reicht in den Lösslehmböden des Chemnitzer Beckens nicht aus. Ohne eine belastbare Dichteprüfung in situ bleibt jede Verdichtungskontrolle lückenhaft. Unser Prüfteam führt die Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren nach DIN 18125-2 direkt auf der Baustelle durch, bevor der nächste Lastplattendruckversuch startet. In den quartären Auenlehmen entlang der Chemnitz und den umliegenden Baugruben in Hutholz oder Markersdorf reagieren die bindigen Schichten empfindlich auf wechselnde Wassergehalte – genau hier entscheidet der gemessene Trockendichtewert über die Tragfähigkeit der späteren Fahrbahn oder Bodenplatte. Vor allem bei der Rekultivierung ehemaliger Industriestandorte kombinieren wir die Dichtebestimmung mit einer Korngrössenanalyse, um die Verdichtbarkeit des wieder eingebauten Materials sicher zu bewerten.
Ein um 2 Prozentpunkte unterschrittener Verdichtungsgrad DPr kann im Chemnitzer Lösslehm die Tragfähigkeit so weit mindern, dass nach zwei Frostperioden Setzungsrisse im Oberbau auftreten.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Ein häufiger Planungsfehler im Chemnitzer Raum ist die Annahme, man könne den Verdichtungsgrad allein aus den Ev2-Werten zurückrechnen. In den inhomogenen Auenböden des Chemnitzflusses weichen Steifemodul und Dichte jedoch oft stark voneinander ab – eine scheinbar steife Schicht kann trotzdem unterverdichtet sein und später Setzungen verursachen. Wird der Sandkegelversuch ganz weggelassen, fehlt dem Erdbaulabor der entscheidende Nachweis für die ordnungsgemäße Verdichtung der Tragschicht. Bei öffentlichen Bauvorhaben in Chemnitz führt das regelmäßig zu Nachforderungen des Baulastträgers und teuren Nachverdichtungen unter laufendem Verkehr. Deshalb führen wir die Felddichtebestimmung immer im selben Arbeitsgang mit dem Plattendruckversuch aus, damit beide Kennwerte aus derselben Prüfstelle stammen und das Prüfprotokoll widerspruchsfrei bleibt.
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Geltende Normen
DIN 18125-2:2020-11 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung der Dichte des Bodens – Teil 2: Feldversuche (Sandkegelverfahren), DIN 18127:2012-09 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Proctorversuch, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau, RAP Stra 21 – Richtlinien für die Anerkennung von Prüfstellen für Baustoffe und Baustoffgemische im Straßenbau
Zugehörige Fachleistungen
Sandkegel-Prüfung inkl. Proctor-Referenz
Kombination aus Labor-Proctorversuch und Felddichtebestimmung für den normgerechten Verdichtungsnachweis nach ZTV E-StB.
Kombi-Paket: Plattendruck + Sandkegel
Ev2-Messung und Dichtebestimmung aus einer gemeinsamen Prüfstelle für widerspruchsfreie Abnahmeprotokolle.
Dichtekontrolle im Kanalbau
Überprüfung der Leitungszonen-Verfüllung und der Hauptverfüllung im Graben – inklusive Dokumentation nach ATV-DVWK-A 139.
Qualitätskontrolle für Recycling-Baustoffe
Verdichtungskontrolle bei RC-Schottertragschichten mit abgestimmtem Prüfsand und erweiterter Kornanalyse.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Was kostet eine Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren in Chemnitz?
Für eine Einzelprüfung inklusive Anfahrt im Stadtgebiet Chemnitz und dem zugehörigen Labor-Proctorversuch liegt der Preis zwischen €100 und €130. Der genaue Betrag hängt von der Anzahl der Prüfstellen pro Baustellentag und der Entfernung zum Einsatzort ab.
Welche Normen muss der Sandkegelversuch in Deutschland erfüllen?
Die Durchführung regelt die DIN 18125-2:2020-11. Für den Referenzwert der Proctordichte gilt die DIN 18127:2012-09, und der Verdichtungsgrad DPr wird nach den Vorgaben der ZTV E-StB 17 bewertet. Das ausführende Labor muss nach RAP Stra 21 anerkannt sein, damit die Ergebnisse für öffentliche Bauvorhaben gültig sind.
