Viele Baufirmen in Chemnitz unterschätzen den Einfluss der örtlichen Verwitterungsböden auf die Tragfähigkeit des Planums. Ein Standardaufbau nach RStO 12 funktioniert vielleicht in der Leipziger Tieflandbucht, aber hier am Rand des Erzgebirges – mit zersetzten Porphyren und wechselhaften Lösslehmdecken – kann das schnell schiefgehen. Eine CBR-Studie für Straßenentwurf liefert die Kennziffern, die Sie für eine standsichere Dimensionierung der Oberbauschichten wirklich brauchen. Statt pauschaler Annahmen arbeiten wir mit gemessenen Werten aus dem Labor und dem Feld, abgestimmt auf die lokale Geologie. Als Vorerkundung in heterogenen Bereichen setzen wir oft Schürfgruben ein, um den Schichtenaufbau visuell anzusprechen, bevor die Proben für den CBR-Test entnommen werden. Bei felsigem Untergrund, wie er im Süden von Chemnitz häufig ansteht, ergänzt eine seismische Refraktion die Untersuchung sinnvoll, weil man damit die Mächtigkeit der Verwitterungszone zerstörungsfrei erfasst.
Der CBR-Wert ist keine statische Materialkonstante, sondern eine Reaktion auf Verdichtungsgrad und Wassergehalt – in den heterogenen Böden von Chemnitz entscheidet das über die Lebensdauer der Straße.
Methodik und Umfang
Lokaler geotechnischer Kontext
Die ZTV E-StB 17 und die RStO 12 geben klare Mindestwerte für den Verformungsmodul auf dem Planum vor – doch ohne Kenntnis des CBR-Werts bleibt jede Dimensionierung eine Rechnung mit Unbekannten. In Chemnitz verschärft sich das Problem durch die oft geringmächtigen, aber bindigen Verwitterungsdecken über dem Festgestein. Bei Wasserzutritt weichen diese Schichten rasch auf, der CBR-Wert bricht ein, und schon die erste Baustellenbefahrung kann das Planum unbrauchbar machen. Besonders kritisch wird es in Hanglagen, etwa in Richtung Rabenstein oder Grüna, wo Stauwasser die Tragfähigkeit saisonal reduziert. Wenn dann noch unentdeckte Auffüllungen aus der Nachkriegszeit hinzukommen, hilft nur eine bodenmechanische Verbesserung – sei es durch Bindemittelzugabe oder Rüttelverdichtung. Eine CBR-Studie für Straßenentwurf identifiziert diese Risikozonen, bevor der erste Bagger anrollt.
Geltende Normen
DIN EN 13286-47:2021 – Ungebundene und hydraulisch gebundene Gemische – Prüfverfahren zur Bestimmung der CBR-Tragfähigkeit, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau, RStO 12 – Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen, DIN 18196 – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke (Frostempfindlichkeitsklassen)
Ergänzende Leistungen
CBR-Laborversuch nach DIN EN 13286-47
Mehrpunkt-Prüfung bei verschiedenen Verdichtungsgraden mit Wasserlagerung. Ermittlung des CBR-Werts und Quellverhaltens.
Felduntersuchung und Probenahme
Entnahme gestörter Proben aus Schürfgruben oder mittels Rammkernsondierung, inklusive Ansprache der Bodenschichten vor Ort.
Geotechnische Beratung für den Oberbau
Auswertung der CBR-Werte, Zuordnung zu Frostempfindlichkeitsklassen und Bemessungsempfehlung für die Dicke des frostsicheren Oberbaus.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine CBR-Studie für Straßenentwurf in Chemnitz?
Für eine Standard-CBR-Studie mit einer Proctorkurve und einem CBR-Prüfpunkt (inkl. Wasserlagerung und Quellmaß) liegen die Kosten in Chemnitz im Bereich von 170 € bis 320 €. Mehrpunkt-Bestimmungen oder zusätzliche Feldversuche erhöhen den Aufwand entsprechend. Wir erstellen vorab ein verbindliches Angebot.
Wie viele Proben brauche ich für mein Bauvorhaben?
Das hängt von der Homogenität des Untergrunds ab. Für eine durchschnittliche Erschließungsstraße in Chemnitz empfehlen wir mindestens eine Probe je anstehender Bodenschicht. Bei heterogenen Auffüllungen oder wechselnden Bodenarten können schnell drei bis fünf Proben nötig werden, um die Spannbreite der Tragfähigkeit zuverlässig abzubilden.
Kann der CBR-Wert auch direkt auf der Baustelle bestimmt werden?
Ja, mit einem Feld-CBR-Gerät nach DIN EN ISO 22476-12 ist das möglich. Das Verfahren eignet sich für grobkörnige Böden und Schottertragschichten. In Chemnitz mit seinen bindigen Verwitterungsböden ist die Kombination aus Feld- und Laborversuch oft die sicherste Lösung, weil der Wassergehalt im Labor präzise gesteuert wird.
Welche CBR-Werte fordert die RStO 12 für das Planum?
Die RStO 12 verlangt auf dem Planum einen Verformungsmodul Ev2 von mindestens 45 MN/m² – indirekt korrespondiert das mit einem CBR-Wert von etwa 5% bis 10% auf dem Unterbauplanum. Für den direkten Vergleich mit internationalen Anforderungen dokumentieren wir den CBR-Wert, der vor allem für die Verdichtungsanforderungen und die Frostsicherheit entscheidend ist.
