Chemnitz wuchs im Industriezeitalter rasant – oft auf verfüllten Gräben, alten Mühlgruben und heterogenen Flussschottern der Chemnitz. Wer heute auf diesen Böden baut, braucht mehr als einen punktuellen Aufschluss. Die vertikale elektrische Sondierung (VES) zeigt uns Widerstandsprofile des Untergrunds, ohne den Boden aufzugraben. Wir setzen das Verfahren gezielt ein, wenn die Tiefenlage des Felshorizonts oder der Grundwasserstand unterhalb von 10 m interessiert. In Verbindung mit der seismischen Refraktion entsteht ein abgesichertes Schichtmodell, das Planern die Dimensionierung von Gründungen erleichtert. Unser Labor wertet die Messkurven nach DIN 18134 aus und kalibriert die Ergebnisse mit Referenzbohrungen aus dem Stadtgebiet, etwa aus dem Brühl-Bereich mit seinen mächtigen Auelehmen.
Die VES zeigt uns, wo der Fels unter Chemnitz ansteht – ohne einen Meter zu bohren. In 80 % der Fälle reicht das für die Vorbemessung.
Methodik und Umfang
Lokaler geotechnischer Kontext
Ein sechsgeschossiger Wohnblock am Sonnenberg sollte auf einer alten Bergbauhalde aus dem 19. Jahrhundert entstehen. Die ersten Rammsondierungen ergaben kein klares Bild – der Untergrund war zu heterogen. Erst die VES-Kartierung zeigte eine durchgehende, geringohmige Schicht in 8 m Tiefe: gesättigter Ton über klüftigem Rotliegend. Hätte man darauf verzichtet, wäre die Pfahlgründung in die Verwitterungszone gesetzt worden – mit unkalkulierbaren Setzungen. In Chemnitz lauern genau diese Risiken: unentdeckte Hohlräume aus dem Altbergbau, stark schwankende Grundwasserstände entlang der Pleiße-Aue und ungleichmäßige Setzungen durch Auffüllungen. Die VES liefert den flächigen Kontext, den eine Einzelbohrung niemals abbilden kann. Wir empfehlen sie immer dann, wenn der Baugrund auf den ersten Metern unruhig wirkt.
Geltende Normen
DIN 18134, DIN 4020 (Geotechnische Untersuchungen), EAU 2012 (Empfehlungen des Arbeitsausschusses Ufereinfassungen)
Ergänzende Leistungen
VES-Messkampagne mit Laborinversion
Wir legen das Elektrodenarray nach Ihrem Lageplan aus, führen die Messung mit kalibriertem Geoelektrik-Messgerät durch und invertieren die Rohdaten im Labor. Sie erhalten ein Schichtenmodell mit spezifischen Widerständen, Tiefenlage und Mächtigkeit – fertig zur Übergabe an den Tragwerksplaner.
Kombinierte Baugrunderkundung
VES allein ist stark, mit Direktaufschlüssen noch stärker. Wir kombinieren die Sondierung mit Rammkernsondierungen oder Baggerschürfen und kalibrieren die Geoelektrik punktgenau. So entsteht ein belastbares Baugrundmodell für Gründungen, Versickerungsanlagen oder Baugruben in Chemnitz.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet eine VES-Messung in Chemnitz?
Für eine Einzelsondierung mit Schlumberger-Konfiguration, Inversion und Kurzbericht liegen die Kosten zwischen €520 und €920, abhängig von der Auslagelänge und der Anzahl der Messpunkte. Bei mehreren Sondierungen oder Kombination mit anderen Verfahren erstellen wir ein Pauschalangebot.
Welche Tiefen können Sie mit der Elektrik erreichen?
Mit einer Auslage von 200 m erreichen wir zuverlässig Erkundungstiefen um 50 bis 60 m, in günstigen Fällen bis 100 m. Die tatsächliche Eindringtiefe hängt vom Widerstandskontrast der Schichten ab – in den leitfähigen Tonen der Chemnitz-Aue ist sie geringer als im trockenen Löss von Rabenstein.
Wie lange dauert es vom Messtermin bis zum Bericht?
Die Feldmessung nehmen wir innerhalb einer Woche nach Beauftragung vor. Die Dateninversion und Berichtserstellung benötigen anschließend 3 Werktage. In dringenden Fällen liefern wir vorab die rohen Schichtgrenzen per E-Mail.
